Hypnose Hamburg

Darmerkrankungen und Hypnose



Themen:

Morbus Crohn

M. Crohn und Hypnose

Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa und Hypnose

Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom und Hypnose






Morbus Crohn

Diese chronisch entzündliche Darmerkrankung betrifft über 120000 Deutsche. Crohn zählt zu den Autoimmunerkrankungen, bei denen sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet. Betroffen sind überwiegend Männer jüngeren Alters. Dabei ist vor allem der Verdauungstrakt betroffen. Hier tritt Crohn vor allem am Übergang zwischen Dünndarm und Dickdarm auf (terminales Ileum), kann aber auch andere Abschnitte des Darmes, des Magens und der Speiseröhre betreffen. Interessanterweise ist das terminale Ileum, also der letzte Teil des Dünndarms vor dem Dickdarm auch das größte Reservoir des menschlichen Immunsystems, was einen Erklärungsansatz dafür bietet, wieso die Erkrankung vor allem hier auftritt.
Aber auch anderen Köperstrukturen wie die Haut, das Auge, Gelenke etc. können bei einem M. Crohn mitbetroffen sein. Dies spricht dafür, dass es sich nicht um ein örtliches, sondern ein systemisches Geschehen handelt. Die schulmedizinische Behandlung von M. Crohn liegt vor allem in einer Unterdrückung des Immunsystems z.B. mit Cortison oder Azathioprin. Psychotherapeutische Verfahren werden zur Reduktion von Stress, der bei der Krankheitsentstehung eine große Rolle zu spielen scheint, angewandt.


M. Crohn und Hypnose

Da Hypose regulierend auf das Immunsystem wirkt, ist die Behandlung des M. Crohn ein dankbares Einsatzgebiet. Vor allem zur Erhaltungstherapie eignet sich Selbsthypnose hervorragend, da Sie sie jederzeit selber anwenden können und ihr Immunsystem so in Balance halten ohne Medikamente einnehmen zu müssen, die das Immunsystem unterdrücken.
In der therapeutischen Arbeit können psychische Mechanismen zur Stressverarbeitung aufgezeigt werden und der durch die Krankheit entstehende Leidensdruck abgebaut werden. Dadurch verbessern sich die Chancen einer Gesundung weiter.


Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist eine chronische entzündliche Darmerkrankung, an der rund 160000 Menschen in Deutschland leiden. Ebenso wie M. Crohn zählt die Erkrankung zu den Autoimmunerkrankungen. Dabei geht die Erkrankung, die vor allem Frauen mittleren Alters betrifft, kontinuierlich von dem Enddarm aus und breitet sich Richtung Dünndarm aus. Bei Colitis Ulcerosa können auch andere Körperstrukturen wie Haut, Augen, Gelenke etc. betroffen sein. Die Betroffenen haben weniger körperliche Schmerzen als die Patienten mit Morbus Crohn, die Durchfallsymptomatik ist jedoch meist schwerer ausgeprägt. Auch kommt es bei colitis ulcerosa nicht wie bei M. Crohn zu den gefürchteten Fistelbildungen, die antibiotisch oder in schweren Fällen auch operativ behandelt werden müssen. Eine gefürchtete Komplikation der Colitis Ulcerosa ist das toxische Megakolon, eine entzündliche Erweiterung des Dickdarms, bei der eine Operation nötig werden kann.


Colitis Ulcerosa und Hypnose

Die Behandlungsprinzipien der Hypnose bei Colitis Ulcerosa entsprechen denen von M. Crohn. Behandelt wird zum einen mit der auf das Immunsystem modulierend wirkende hypnotische Trance selber zum anderen mit Selbsthypnose und Verarbeitung von Stress.


Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom ist eine Erkrankung mit häufigem Auftreten in den westlichen Industrienationen. Etwa 10- 20 % aller Menschen leiden mittlerweile an dem Syndrom, bei dem Bauchschmerzen mit Veränderung des Stuhlverhaltens über einen Zeitraum von über 3 Monaten auftreten. Wenn kein Nachweis eines krankhaften Geschehens im Magen/Darmtrakt nachgewiesen werden kann (wie Lactose- Intoleranz, Sprue, Darmentzündungen, Tumore etc.) gilt das Reizdarmsyndrom als gesichert. Die Diagnose erfolgt nach den sogenannten ROM-II- Kriterien.

Ursächlich für das Auftreten eines Reizdarmsyndroms scheint die veränderte Schmerzwahrnehmung des Darmes zu sein. Wichtig ist hierbei der Neurotransmitter Serotonin (ein "Nerven- Botenstoff", der vor allem im Gehirn wirkt). Dieser Botenstoff wird auch bei Auftreten von Depressionen und unnatürlichen Schmerzen nicht normal aufgenommen und abgegeben. Serotonin wirkt ebenso auf die Magen- Darmtätigkeit, es gibt also einen Zusammenhang zwischen Serotonin und Schmerzempfinden im Bauchraum. Das Reizdarmsymptom entsteht aus einem Zusammenspiel von lokalen Wirkfaktoren wie Schädigung der Darmflora durch Antibiotika, Ernährung und systemischen Wirkfaktoren wie Serotoninspiegel und damit auch psychischen Belastungen. Bei einem Teil der Betroffenen stellt sich das Reizdarmsyndrom nach einem Magen/Darminfekt und Einnahme von Antibiotika ein. Das Reizdarmsyndrom wird heutzutage als psychosomatische Erkrankung aufgefasst, weil psychologische Faktoren bei der Entstehung und dem Verlauf von nachgewiesener Bedeutung sind.


Reizdarmsyndrom und Hypnose

Insbesondere dann, wenn eine symptomorientierte medikamentöse Therapie versagt oder wenn Alltagsbeeinträchtigungen vorliegen ist ein psychotherapeutische Behandlung notwendig. Die Wirksamkeit von Hypnose bei dem Reizdarmsyndrom ist durch die Analyse von kontrollierten und randomisierten Studien auf höchstem wissenschaftlichen Standart belegt worden (1,2). 87 % der mit Hypnose behandelten Patienten profitierten von der Therapie. In den meisten Studien wurde neben einer Verbesserung des Reizdarmsyndroms auch eine Verbesserung der psychischen Beschwerden erreicht. Im Gegensatz zu medikamentösen Therapieverfahren zeigte sich auch Jahre nach der Behandlung mit Hypnose eine Wirksamkeit der Behandlung (3). Dies unterstreicht die langfristige Wirksamkeit therapeutischer Hypnose, die die Krankheitsursachen und nicht nur die Symptome behandelt.

1. Tan et al., 2005: Hypnosis and irritable bowl syndrome: a review of the efficacy and mechanisms of action. AM J Clin Hypn 47: 161-178
2. Whitehead WE, 2006: Hypnosis for irritable bowel syndrome: the empirical evidence of therapeutic effects. Int J Clin Exp Hypn 54: 7-20
3. Houghton et al., 1996: Symptomatology, quality of life and economic features of irritable bowle syndrome. The effect of hypnotherapy. Alimentation and Pharmacological Therapy 10: 91-95