Hypnose Hamburg

Schatten der Vergangenheit

„Ich fühle mich dann auf einmal ganz klein und total traurig“, berichtet die Patientin, die vor mir sitzt und mir gerade davon berichtet, wie Sie sich gegenüber ihrem Chef fühlt. Tränen steigen ihr in die Augen und es ist leicht zu fühlen, wie belastend die Situation für sie ist. „Ich weiß selbst, dass es eigentlich Unsinn ist, aber irgendwie kann ich es dennoch nicht ändern“. Die Patientin leidet unter einem Gefühlsflashback aus der Vergangenheit. Durch das Auftreten ihres Chefs wird sie in kindliche, unverarbeitete Emotionen zurückgeworfen. Willentlich lässt sich dieses Problem nicht lösen. Um die Flashbacks, die ich auch Gefühls- Reaktivierung nenne, zu lösen werden wir im Laufe der kommenden Hypnose- Sitzungen einige Zeitreisen in ihre Kindheit unternehmen, um das zugrundeliegende Problem, die Angst vor ihrem Vater, zu lösen.

Negative Gefühle der Vergangenheit können wie ein Schatten über dem Leben der Menschen liegen und unkontrollierbare Gefühle immer wieder hervorrufen. Daher möchte ich darauf eingehen, woran man Gefühlsflashbacks erkennt und typische Formen aufzeigen.

Bei dem oben beschriebenen Fall handelt es sich nicht nur um eine Gefühls- Reaktivierung sondern auch um eine Gefühls- Überreaktion. Gefühls- Überreaktionen sind typisch für ungelöste negative Emotionen aus der Vergangenheit. Übermäßige Angstreaktionen, Traurigkeit und Wut bilden die Klassiker unter den Überreaktionen. In vielen Fällen sind sich die Betroffenen bewusst, dass die wahrgenommenen Gefühle unangemessen stark sind, können aber dennoch nichts mit Willenskraft daran ändern. Es herrscht dann ein Kampf zwischen Verstand und Gefühl, den immer das Gefühl gewinnt.

Bilder- Flashbacks sind ebenso sehr häufig. Dabei werden Bilder, die mit belastenden Lebensereignissen verknüpft sind, immer wieder reproduziert, drängen sich sozusagen den betroffenen Menschen auf. Kürzlich erzählte mir eine Patientin davon, dass sie immer wieder das Bild vor ihrem inneren Auge sah, wie ihr Vater sie und ihre Mutter verlassen hat und einfach mit seinem Auto davon gefahren ist. Ein Bilder- Flashback wie er typischer nicht sein kann. Bilder- Flashbacks sind auch sehr häufig bei kriegstraumatisierten Soldaten: Die Bilder von verletzten oder getöteten Menschen, Bombenexplosionen und andere schreckliche Erlebnisse aus dem Krieg tauchen dann immer wieder auf und versetzen die Menschen in dieselben Ängste, die sie damals durchleben mussten. Bilder- Flashbacks lassen sich mit Hypnose sehr leicht behandeln, da man nach einer kurzen Hypnose- Einleitung sofort über das Bild an die zugrundeliegende Emotion herankommt und sie gemeinsam mit dem Therapeuten bearbeiten kann. Leider wird Hypnose gerade bei kriegstraumatisierten Soldaten noch viel zu wenig eingesetzt. Neulich wurde eine Reportage über den Vietnam- Krieg gezeigt. Bei Kampfhandlungen starben 30000 US- Soldaten. Die doppelte Anzahl, 60000 Soldaten nahmen sich nach Kriegsende in ihrer Heimat das Leben. Und den betroffenen Vietnamesen ging es sicher nicht besser. Zahlen, an denen man absehen kann, wie vernichtend die negativen Bilder und Ereignisse aus einem Krieg sich auch Jahre (und Jahrzehnte) später auf die Betroffenen auswirken können.

Wiederkehrende Alpträume sind ein ebenso sicheres Zeichen dafür, dass unverarbeitete Emotionen vorliegen. Unser Unterbewusstsein beschäftigt sich dann im Traum mit dem belastenden Gedächtnisinhalt, in dem Versuch, damit fertig zu werden. Häufig träumen die Betroffenen davon, verfolgt zu werden, zu fallen, nicht um Hilfe schreien zu können oder ähnliches. Leider wiederholen sich die Träume bis zu einem gewissen Punkt und dann wachen die Betroffenen wieder auf. Kurz vor knapp wird der Lösungsprozess damit unterbrochen. Es fehlt die Hilfe von außen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in der Hypnose in die Träume selber eintauchen kann und dann gemeinsam den Konflikt lösen kann. Sehr direkt, sehr effektiv. In einer meiner Hypnosen ging ich mit einem Patienten in einen Traum, in dem er von einem Monster verfolgt wurde. Ich gab ihm die Anweisung, aufzuhören wegzurennen. Dann überkam ihn ein kurzer Angstschwall. Die Angstreaktion war kurz und heftig, ließ aber nach kurzer Zeit wieder nach. Danach war das Monster nicht mehr da, stattdessen wurde es innerlich wieder hell und freundlich. Der Patient sah sich gemeinsam mit seinem Vater beim Fußballspielen. Der negative Gedächtnisinhalt war gelöst und sein Unterbewusstsein zeigte ihm einen Moment, in der er sich als Kind ganz sicher gefühlt hatte. Das Ausgangsproblem, mit dem der Patient gekommen war, die Angst über Brücken zu fahren, verschwand mit der Veränderung des Traumes. Hypnose- Therapie kann manchmal so einfach sein.